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Rund ums Wohnen

Umzugsunternehmen vergleichen

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für denselben Umzug liegt häufig das Doppelte. Der Unterschied steckt selten im Stundensatz, sondern darin, was im Preis enthalten ist.

Was den Preis bestimmt

Vier Größen machen den Preis: das Volumen deines Umzugsguts, die Entfernung, der Aufwand vor Ort und die Zusatzleistungen. Der Aufwand vor Ort wird oft unterschätzt - Etage ohne Aufzug, ein langer Tragweg vom Hauseingang zum Wagen oder eine Straße, in der kein Lkw halten darf, schlagen deutlich stärker durch als ein paar Kilometer mehr.

Der Termin kostet ebenfalls Geld. Monatsende, Ferienzeit und die Monate von Mai bis September sind die teuersten Zeiträume, weil dann alle umziehen. Wer sich einen Werktag in der Monatsmitte aussuchen kann, zahlt spürbar weniger.

Dein Umzugsvolumen schätzen

Als grober Richtwert gelten 0,2 bis 0,3 Kubikmeter Umzugsgut je Quadratmeter Wohnfläche. Eine 60-Quadratmeter-Wohnung liegt damit etwa zwischen 12 und 18 Kubikmetern. Wer viel Keller, Dachboden oder Werkstatt hat, landet darüber.

Die Zahl brauchst du, bevor du irgendwo anfragst: Angebote sind nur vergleichbar, wenn alle vom selben Volumen ausgehen. Nennt ein Anbieter von sich aus deutlich weniger Kubikmeter als die anderen, ist der Preis nicht günstiger - er rechnet nur mit einem kleineren Wagen, und die zweite Fahrt kommt obendrauf.

Worauf du im Angebot achten solltest

  • Festpreis oder Stundenlohn - beides ist üblich. Der Festpreis ist die sichere Wahl, sobald der Anbieter die Wohnung gesehen hat. Ein Stundenlohn ohne Obergrenze verlagert jedes Risiko auf dich.
  • Eine Besichtigung vor dem Angebot, vor Ort oder per Video. Wer ohne Besichtigung einen Festpreis nennt, hat entweder großzügig aufgeschlagen oder wird beim Termin nachfordern.
  • Was zusätzlich berechnet wird: Etagenzuschlag, Tragweg über eine bestimmte Länge, Halteverbotszone, Möbelmontage, Küchenanschluss, Entsorgung. Diese Posten gehören ins Angebot, nicht ins Gespräch am Umzugstag.
  • Mindestens drei Angebote. Erst der dritte Preis zeigt, ob der erste günstig oder der zweite überteuert war.
  • Alles schriftlich, mit Datum, beiden Adressen und dem vereinbarten Volumen. Eine mündliche Zusage hilft dir hinterher nicht.

Wofür die Spedition haftet

Beim Umzugsvertrag haftet das Unternehmen für Verlust und Beschädigung - allerdings begrenzt. § 451e HGB deckelt die Haftung auf 620 Euro je Kubikmeter Laderaum. Für gewöhnliches Mobiliar reicht das meist. Für ein Klavier, teure Technik oder Kunst reicht es nicht.

Wenn du Wertgegenstände dabei hast, vereinbare eine höhere Haftungssumme oder eine Transportversicherung - und melde einen Schaden sofort. Äußerlich erkennbare Schäden musst du spätestens bei der Ablieferung anzeigen, verdeckte binnen vierzehn Tagen. Danach ist der Anspruch weg.

Umzugskosten von der Steuer absetzen

Ist der Umzug beruflich veranlasst, sind die Kosten in voller Höhe Werbungskosten - Spedition, Transporter, Kartons, doppelte Miete. Als beruflich veranlasst gilt ein Umzug unter anderem dann, wenn sich dein täglicher Arbeitsweg um mindestens eine Stunde verkürzt. Der Grund muss nicht ein neuer Arbeitgeber sein.

Bei einem privaten Umzug bleibt § 35a EStG: 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 4.000 Euro im Jahr, werden direkt von der Steuer abgezogen. Zwei Bedingungen sind hart - es muss eine Rechnung geben, und sie muss überwiesen sein. Bar bezahlt erkennt das Finanzamt nicht an. Material und Fahrtkosten zählen dabei nicht, nur die Arbeitsleistung.

Wann sich der eigene Transporter lohnt

Bei einer kleinen Wohnung, kurzer Strecke und genug Helfern ist der Mietwagen klar günstiger. Rechne ehrlich: Miete, Kilometer, Sprit, Kartons, Verpflegung für die Helfer und ein zweiter Tag, falls eine Fahrt nicht reicht. Ab etwa drei Zimmern, ohne Aufzug oder mit einer längeren Strecke kippt die Rechnung meist zugunsten der Spedition.

Und ein Punkt, der oft übersehen wird: Beim Selbstumzug haftet niemand. Was deine Freunde fallen lassen, ist dein Schaden - die Privathaftpflicht des Helfers greift bei einer Gefälligkeit nicht zuverlässig.

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